[Amtlicher Beitrag] Hand in Hand für die Region: Von der Heide ins Beet

Aus der Wolle der Misselhorner Heidschnucken wird Naturdünger für den heimischen Garten.

Ein Projekt rund um die Heidschnuckenherde in Misselhorn zeigt, wie aus einer guten Idee ein nachhaltiger Kreislauf entsteht: Die Wolle der Heidschnucken wird zu wertvollen Düngepellets verarbeitet und findet anschließend ihren Weg zu Gartenfreunden in der Region.

Schäferei mit langer Tradition in der Lüneburger Heide

Die Schäferei gehört seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft der Lüneburger Heide. Heidschnucken prägen das Landschaftsbild und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der wertvollen Heideflächen.

Auch in Misselhorn hat die Schäferei eine lange Geschichte. Bereits um 1900 hütete die Familie Penzhorn die Herde, später übernahm die Familie Braun. Seit zwei Jahren führt der 29-jährige Schäfer Till Habjanic diese Tradition fort.

Aus Schafwolle wird wertvoller Naturdünger

Einmal im Jahr müssen die Heidschnucken geschoren werden. Da sich die Wolle nur schwer vermarkten lässt, sind Ideen zur sinnvollen Weiterverwertung besonders wichtig.

Eine solche Möglichkeit bietet die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenhof e. V. in Deindrup im Landkreis Vechta. Dort werden Menschen mit Handicap begleitet und betreut. Mit einer speziellen, durch das LEADER-Programm geförderten Anlage wird die Schafwolle zerkleinert und zu handlichen Düngepellets gepresst. So verbindet das Projekt soziales Engagement mit nachhaltiger Ressourcennutzung.

Landwirt Hans-Heinrich Thies bringt die Beteiligten zusammen

Ideengeber und Vermittler war Landwirt Hans-Heinrich Thies aus der Gemeinde Südheide. Er brachte die Beteiligten zusammen und unterstützte den Weg von der Heidschnuckenhaltung in der Südheide bis zur Verarbeitung der Wolle am Sonnenhof.

Auch Bürgermeisterin Katharina Ebeling begrüßt die Initiative: „Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Herde für unsere Region erhalten konnten und gemeinsam mit dem Landkreis Celle, der Gemeinde Südheide und Schäfer Till Habjanic die Heideflächenpflege naturschutzgerecht sicherstellen können. Die Heidschnucken sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Umso schöner ist es, wenn aus ihrer Haltung und der notwendigen Schur weitere nachhaltige Ideen entstehen und umgesetzt werden.“

Heidschnucken erhalten die Heide und begeistern Besucher

Täglich führt Schäfer Till Habjanic eine der letzten Heidschnuckenherden im Landkreis Celle durch die Heideflächen rund um Misselhorn. Die Tiere leisten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege und sind zugleich ein beliebtes Ausflugsziel.

Besonders der abendliche Heidschnuckeneintrieb am Schafstall Misselhorn zieht zahlreiche Heidetouristen an. Familien können die Tiere aus nächster Nähe erleben und mit Schäfer Habjanic über die Herde, seinen Beruf und die Heidepflege ins Gespräch kommen.

LEADER-Regionen tragen gute Ideen gemeinsam weiter

Das Projekt zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit über regionale Grenzen hinweg ist. Die Gemeinde Südheide gehört zur LEADER-Region Oberes Örtzetal, der Sonnenhof liegt in der LEADER-Region Vechta. Das europäische LEADER-Programm unterstützt innovative Projekte zur Stärkung des ländlichen Raums.

„Die Gemeinde Südheide ist Mitglied in der LEADER-Region Oberes Örtzetal, der Sonnenhof in der LEADER-Region Vechta. Die LEADER-Regionen sind gut miteinander vernetzt und tragen Ideen gemeinsam weiter“, betont Bürgermeisterin Katharina Ebeling.

So entstehen neue Perspektiven, von denen Naturschutz, Landwirtschaft und regionale Wirtschaft gleichermaßen profitieren können.

Natürlicher Dünger mit vielen Vorteilen

Schafwoll-Pellets bestehen zu 100 Prozent aus Schafwolle. Sie geben Nährstoffe nach und nach ab, speichern Wasser, sind biologisch abbaubar und können zur Neutralisierung saurer Böden beitragen.

Von der Heide in den heimischen Garten

Die Schafwoll-Pellets sind in 1-kg-Tüten und 25-kg-Säcken erhältlich. Interessierte erhalten sie bei der Gärtnerei Behn in Hermannsburg, bei Bauer Drewes in Baven sowie direkt bei Schäfer Till Habjanic.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie aus einer regionalen Idee ein nachhaltiger Mehrwert für Naturschutz, Landwirtschaft und die Menschen vor Ort entstehen kann.

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