Klipp, klapp – Amen

Fulminanter Einstieg in den Deutschen Mühlentag in Räbke

Mit einer gut besuchten Mühlenandacht begann der Deutsche Mühlentag an der Mühle Liesebach in Räbke. Rund 70 Besucher lauschten den Gedanken des ehemaligen Braunschweiger Dompfarrers und Dompredigers Joachim Hempel zu Pfingsten, Dorfleben und Gemeinschaft. Musikalisch begleitet von Frans Lox an der elektronischen Orgel entstand eine Atmosphäre, die den Tag unter ein gutes Vorzeichen stellte. Das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ bildete den passenden Rahmen.

Voll besetztes Sonnenschutz-Zelt

Der Deutsche Mühlentag ist für den Förderverein Mühle Liesebach weit mehr als ein Schautag. Hier wird sichtbar, was die rund 220 Mitglieder seit Jahren antreibt: die Geschichte der Mühle zu bewahren und gleichzeitig lebendig zu halten. Das traditionelle Müllerhandwerk gehört heute zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. In Räbke wird es nicht nur gezeigt, sondern erlebbar gemacht.

Rund um den Vierseithof herrschte den ganzen Tag lebhaftes Treiben. Schmied, Zimmermann, Steinmetz und Töpfer präsentierten ihr Handwerk. Frisch gebackenes Brot, Gegrilltes und erstmals auch vegetarische Angebote fanden großen Zuspruch. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Warberger Blasmusik.

Mit zunehmendem Besucherandrang füllte sich das gesamte Gelände. Zeitweise bildeten sich lange Schlangen an den Verpflegungsständen. Ob letztlich 2.000 oder 3.000 Gäste den Weg nach Räbke fanden, lässt sich nicht exakt beziffern. Sicher ist jedoch: Das Dorf war voller Leben, die Parkflächen ausgelastet und die Fahrradstation bis auf den letzten Platz gefüllt.

Besondere Aufmerksamkeit zog das historische Papierschöpfen auf sich. Kinder und Erwachsene verfolgten fasziniert, wie aus Wasser, Fasern und handwerklichem Geschick neue Papierbögen entstanden – ein lebendiger Verweis auf die lange Papiermachertradition des 7-Mühlen-Dorfes.

Führungen sind das Salz in der Suppe

Neun Mühlenführer begleiteten Besuchergruppen durch die drei Geschosse der Wassermühle. Dabei erfuhren die Gäste, wie aus Korn Mehl wird, welche Bedeutung Papiermühlen einst hatten und warum Mühlen über Jahrhunderte technische Zentren der Dörfer waren. Großes Interesse fanden auch die in den vergangenen Jahren geschaffenen Ausstellungsbereiche, darunter der Papierboden mit dem Modell der Fürstlichen Papiermühle, die Papierstube und die Vorführung der nativen Rapsölpressung.

Möglich wurde der Mühlentag durch den Einsatz vieler Ehrenamtlicher. Rund 65 Helferinnen und Helfer waren am Veranstaltungstag im Einsatz, weitere unterstützten Vorbereitung und Nachbereitung. Auch die Freiwillige Feuerwehr Räbke sorgte für einen sicheren Ablauf.

So wurde der Deutsche Mühlentag erneut zu einem Fest der Begegnung. Er zeigte eindrucksvoll, wie Geschichte, Handwerk und Gemeinschaft zusammenwirken können – ganz im Sinne des Mottos des Tages: Klipp, klapp – Amen.

Mehr unter http://www.muehle-liesebach.de

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