Ortsratssitzung: Kein Nahwärmenetz für Ramlingen-Ehlershausen

Zur letzten Sitzung der auslaufenden Wahlperiode tagte der Ortsrat Ramlingen-Ehlershausen im Gemeindehaus der Martin-Luther Kirche. Ortsbürgermeister Wolfram Nolte rief im gut besuchten öffentlichen Teil der Sitzung alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, bei den Kommunalwahlen am 13. September mit abzustimmen: „Eine hohe Wahlbeteiligung ist für alle Mandatsträger Richtungsweisung und Wertschätzung.“

Interessantester Tagesordnungspunkt war der Vortrag von Volker Krüger, Klimaschutzmanager der Stadt Burgdorf, zur kommunalen Wärmeplanung. Sein Fazit: „Es wird kein Nahwärmenetz in Ramlingen-Ehlershausen geben. Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar.“ Mit anderen Worten: Klimagerechtes Heizen bleibt Aufgabe und Verantwortung des einzelnen Hausbesitzers.

Die Stadt Burgdorf ist wie andere Kommunen per Gesetz verpflichtet, bis Ende 2026 eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Diese hat jedoch keine Rechtswirkung, wird also nicht zur Vorschrift für Bürgerinnen und Bürger.

Die Stadt hat zunächst alle relevanten Daten erhoben. Zwei Fakten: Im gesamten Stadtgebiet sind nur 7 % der Gebäude jünger als Baujahr 2010. Und Heizungsenergieträger ist zu 70 % Erdgas und zu 22 % Heizöl.

Aus dem Datenpaket ergibt sich u.a. die sogenannte Wämeverbrauchsdichte, der Energieverbrauch pro Hektar bebauter Fläche. Und hier liegt Ramlingen-Ehlershausen – wie übrigens weite Teile des Burgdorfer Stadtgebiets – unterhalb der Rentabilitätsgrenze für ein Nahwärmenetz. Es bleibt also bei dezentraler Versorgung: Einzelhauslösung (z.B. mit Wärmepumpe).

Im zur kommunalen Wärmeplanung gehörenden Maßnahmenpakt will die Stadt Immobilienbesitzer unterstützen. Dazu sollen Thermografie-Rundgänge angeboten werden, also Untersuchung von Immobilien mit Wärmebildkameras. Geplant ist auch das Angebot eines Wärmepumpen-Eignungschecks vor Ort durch die Stadt.

Der Ortsrat gab ein zustimmendes Votum. Am 17. September wird dann der Rat über die kommunale Wärmeplanung entscheiden. Für Bürgeranliegen zu dem Themenkreis gibt es die E-Mail-Adresse klimaschutz@burgdorf.de

Der aktuelle Ortsrat vor seiner finalen Sitzung (v.l.): Gunther Meyer-Baron, Sven Voigt, Julia Albrecht, Torsten Carl, Katrin Thies und Wolfram Nolte

Armin Pollehn nutzte den Tagesordnungspunkt „Mitteilungen des Bürgermeisters“ zu einer Stellungnahme zu Medienberichten über „Fehlplanungen“ bei den Sportstätten an der neuen Rudolf-Bembennek-Gesamtschule, die auch Kinder und Jugendliche aus Ramlingen-Ehlershausen besuchen. Er dementierte Planungsfehler, vielmehr ginge es um Baumängel seitens des Bauunternehmens. Deshalb sei die Anlage auch noch nicht freigegeben, die Stadt arbeite an der Behebung.

Die Verkürzung der Laufbahn auf 300 statt 400 Meter sei der Preis für die einst beschlossene Erweiterung der Sporthalle von drei auf vier Felder: „Das war kein Planungsfehler sondern Notwendigkeit. Diese Thematik wurde bei der Planung mit allen Beteiligten besprochen.“ Durch die große Halle gelinge es, die Handballer der „Reckenschmiede“ in ihrer Burgdorfer Heimat zu halten. Der CDU-Bürgermeister bekam Unterstützung von SPD-Ratsmitglied Rudolf Alker, der die jetzt geäußerten Kritik mit „viele Halbwahrheiten“ überschrieb. So seien anders als dargestellt Abiturprüfungen auf der 300-m-Bahn sehr wohl möglich, führte der ehemalige Leiter dieser Schule an.

In der Einwohner-Fragestunde bat der Vorstand des Bio-Waldbads Ramlingen um Unterstützung bei der Beantragung von Mitteln der EU-Förderung LEADER. Ortsrat und Bürgermeister stellten den Support in Aussicht. Ein Bürger bemängelte die Verkehrssicherheit vor allem für gehandicapte Fußgänger z.B. durch Schlaglöcher, mangelhafte Beschilderung, schlechte Beleuchtung oder verwilderte Grünstreifen. Ortsbürgermeister Nolte bedankte sich für die Hinweise und bat um Verständnis, dass konkret erst im Protokoll geantwortet werden kann. Was durchaus positiv enden kann: In der letzten Einwohnerfragestunde waren Schlaglöcher am Gemeindehaus bemängelt worden, was die Stadt umgehend behob, wofür Nolte ausdrücklich dankte.

In seinem Bericht als Ortsbürgermeister erwähnte Nolte auch den Ausfall von geplanten Konzerten im Ramlinger Lustgarten aufgrund des Befalls mit Eichenprozessionsspinner: „Wir versuchen den Lustgarten als Veranstaltungsort aufrecht zu erhalten.“ Auch Pollehn ging auf den gesundheitlich problematischen Schädling (Allergiegefahr) ein: „Der Eichenprozessionsspinner macht uns große Schwierigkeiten. Die Mitarbeitenden der Servicebetriebe setzen sich ständig der Gefahr aus. Wir hoffen, das Problem einigermaßen in Griff zu bekommen.“

 

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