Wolfswinkel: Unser Schandelaher Kleinod braucht neue Aufmerksamkeit – und bekommt sie jetzt auch
SCHANDELAH
Im Zuge der Flurbereinigung 1987 entstand in Zusammenarbeit mit Erich Schlüter (Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Schandelah/Hordorf, Walter Börner (Stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft & Ortsbürgermeister von Schandelah), Joachim Reese (Leiter des Amtes für Agrarstruktur Braunschweig) und Heinz‑Otto Schröder (Zuständiger Bearbeiter für Planung und Durchführung im Amt für Agrarstruktur) ein umfangreiches Landschaftsprojekt.
Neben landwirtschaftlichen Maßnahmen wurden rund eine halbe Million Mark in naturnahe Ausgleichsflächen investiert. Dabei entstanden vier Teichanlagen.
Das Konzept sah ein Doppelteich-System vor:
– einen naturnahen Bereich für Flora und Fauna
– einen zweiten Teich zur öffentlichen Nutzung als Treffpunkt und Aufenthaltsort
Ergänzend wurde ein kleiner Rodelhügel angelegt – ein Ort, der für viele Familien bis heute Erinnerungen trägt.
Ein Ort mit Handlungsbedarf
Heute zeigt sich ein veränderter Zustand: Der Wolfswinkel ist teilweise verwildert, Alte Wege sind nicht mehr passierbar, und der öffentliche Teich ist verschlammt.
Während sich der geschützte Naturbereich weiterhin entwickelt, ist der ehemals öffentlich genutzte Teil deutlich in seiner Funktion eingeschränkt.
Gerade vor dem Hintergrund von Naherholung, Klimaanpassung und Lebensqualität im ländlichen Raum besteht hier dringender Handlungsbedarf.
Wissenschaftliche Begleitung durch die TU Braunschweig
Die Technische Universität Braunschweig untersucht das Gebiet aktuell im Rahmen mehrerer Bachelorarbeiten. Analysiert werden unter anderem:
– Wasserqualität
– Flora und Fauna
– mögliche Ansätze für eine nachhaltige Weiterentwicklung
Diese Ergebnisse bilden eine wichtige fachliche Grundlage für die nächsten Schritte.
Erwartung des Ortsrates – ein langer gemeinsamer Weg
Der Ortsrat Schandelah betont, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse der TU Braunschweig vollständig in die weitere Planung einfließen müssen.
Ziel ist es, darauf aufbauend konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die den Zustand des Wolfswinkels verbessern und seine Nutzung langfristig sichern.
Doch der aktuelle Prozess hat eine lange Vorgeschichte: Seit vielen Jahren wird das Thema im Ortsrat immer wieder angesprochen.
In dieser Legislaturperiode wurde parteiübergreifend ein gemeinsamer Antrag zur Wiederherstellung des „Ententeiches“ gestellt – eingebracht von Karen Breuer, Uwe Keddig und Andreas Meiser.
Dieser Antrag war ein klares Signal für den politischen Schulterschluss im Ort.
Ortsbürgermeister Daniel Bauschke fasst es prägnant zusammen:
„Es geht immer nur mit Antrag, parteiübergreifendem Zusammenhalt und viel Geduld.“
Der Ortsrat erwartet daher, dass die Gemeinde die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeitnah aufgreift und daraus einen Maßnahmenplan entwickelt, der sowohl ökologische Aspekte als auch die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt.
Gemeinschaftsgeist wie 1987
Die damalige Flurbereinigung hat gezeigt, was durch gemeinsames Handeln erreicht werden kann. Genau daran soll angeknüpft werden.
Der Wolfswinkel bleibt ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Entwicklung – für Natur, Naherholung und Gemeinschaft.
Bilder aus dem Jahre 1984 zu Verfügung gestellt vom Frank Denecke (Ortsheimatpfleger Schandeah). Qualitativ überarbeitet von Daniel Bauschke (Ortsbürgermeister Schandelah)



